Herzsport

Sport nach schwerer Diagnose

Dienstags und mittwochs treffen sie sich zum so genannten Herzsport im Sportraum der Physiotherapie des Klinikum Uckermark – Patienten mit kardialen Erkrankungen. Nach Abschluss einer kardiologischen Behandlung wird zur Wiederherstellung bzw. Optimierung der durch die Erkrankung möglicherweise reduzierten körperlichen Fähigkeiten der Herzsport ärztlich verordnet und von den Krankenkassen je nach Krankheitsbild des Einzelnen finanziell über einen Zeitraum von 1-2 Jahren oder längere Zeiträume als Rehabilitationsmaßnahme gefördert. Wie erschreckend muss es sein, wenn man die Diagnose erhält, dass des Menschen wichtigstes Organ nicht mehr ordnungsgemäß seine Aufgabe erfüllt. Manch einen trifft es aus heiterem Himmel. Nach einer erfolgreichen Behandlung heißt es sein Leben umgehend zu ändern, sich bewusster in allen Lebenssituationen zu verhalten, wie Essen und Trinken, natürlich auch Bewegung und Sport gehören maßgeblich dazu. Der TSV Blau-Weiß 65 Schwedt e.V. bietet seit 2001 den Herzsport als Rehabilitationsmaßnahme an und Milan Lampka hat dafür die spezielle Ausbildung erlangt. Mittlerweile betreut er 3 Sportgruppen mit diesem Krankheitsbild. Es sind gemischte Gruppen mit ca. je 12 Teilnehmern. Zu Beginn jeder Rehastunde ist es Pflicht den individuellen Blutdruck zu kontrollieren und schriftlich festzuhalten. Dann geht es los mit der Erwärmung und im Anschluss daran erfolgt eine Pulskontrolle, welche auch festgehalten wird. Während einer Einheit werden kleine Läufe als Ausdauertraining, Gleichgewichtsübungen, Gymnastik wie Radfahren im Stand oder Liegestütz an der Wand zur Stärkung des Muskelkostüms und Partnerspiele mit dem Ball zur Hand-Auge-Koordinationsschulung durchgeführt, natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz und der Geist wird dabei zusätzlich gefordert. Zum Schluss jeder Einheit ist es unerlässlich nochmals Puls und Blutdruck zu kontrollieren und zu protokollieren. Die Teilnehmer nach ihren Diagnosen befragt nannte man mir den Infarkt, das Vorhofflimmern, den Ersatz einer Herzklappe, Legen eines Bypasses oder Stents bis hin zum Defibrillator. Chronische Herzerkrankungen wirken auf den gesamten Organismus. Durch eine so genannte Überschonung werden die negativen Auswirkungen der Herzerkrankung erhöht, eine der Erkrankung angepasste körperliche Betätigung wirkt dem entgegen und verbessert den Allgemeinzustand und das konnten mir alle Teilnehmer einstimmig bestätigen. Sie haben gesteigertes Wohlbefinden erlangt und den Muskelaufbau entscheidend vorangebracht. Die Altersstruktur liegt bei Mitte 50 bis weit über 70 Jahre und es gibt Teilnehmer, die sind fast 3 Jahre dabei und haben sich ihren Alltag darauf eingerichtet jede Woche diesen wichtigen Kurs zu besuchen. Herr Wolf-Rüdiger Klaus – ein „Urgestein“ – ist seit fast drei Jahren dabei, sein gesundheitlicher Zustand hat sich wesentlich verbessert, er lebt bewusster und hat in der Gruppe freundschaftliche Mitstreiter. Sollte es einem Teilnehmer während des Sports nicht gut ergehen so ist schnelle Hilfe sofort greifbar im Klinikum Uckermark.